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Wie viele Windräder gibt es in Deutschland?

Wie viele Windräder gibt es in Deutschland? Aktuelle Zahlen zu Onshore & Offshore, Verteilung nach Bundesländern, Höhe, Kosten und Geschichte der Windkraft.

In Deutschland stehen derzeit rund 31.000 bis 32.000 Windkraftanlagen – sowohl an Land als auch auf dem Meer. Zum Ende des Jahres 2025 waren laut offiziellen Auswertungen auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur insgesamt 29.226 Onshore-Windenergieanlagen installiert. Zusammen mit rund 1.680 Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee ergibt das einen Gesamtbestand von etwa 31.100 Windkraftanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von rund 77.540 Megawatt (MW). Deutschland ist damit das Land mit der höchsten installierten Windenergieleistung in ganz Europa.

Onshore und Offshore: Wie viele Anlagen gibt es wo?

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Windräder steht an Land – man spricht dann von Onshore-Windenergie. Ende 2025 waren es laut Bundesverband WindEnergie (BWE) exakt 29.226 Onshore-Windkraftanlagen mit einer kumulierten Leistung von 68.067 Megawatt. Hinzu kommen die Offshore-Anlagen in der Nord- und Ostsee: Bis Ende 2025 waren 1.661 Offshore-Windturbinen mit rund 9.506 MW Leistung in Betrieb. Zusammen erreicht die gesamte deutsche Windkraft eine installierte Leistung von annähernd 77.540 MW.

Im Jahr 2025 wurden allein an Land 958 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von 5.232 MW neu installiert – der höchste Zubau seit Jahren. Windenergie deckte 2025 rund 31,5 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms und erzeugte dabei 132 Terawattstunden (TWh) Ökostrom. Das ist der größte Einzelbeitrag aller erneuerbaren Energiequellen.

Windkraftanlagen in Deutschland – Bestand Ende 2025

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Anzahl der Windkraftanlagen in Deutschland, Stand 31.12.2025. Quellen: BWE, Windbranche.de, Marktstammdatenregister.

Wo stehen die meisten Windräder in Deutschland?

Die regionale Verteilung ist in Deutschland sehr ungleichmäßig: Niedersachsen führt das Bundesländer-Ranking mit einer kumulierten installierten Onshore-Leistung von rund 13.930 MW deutlich an, gefolgt von Schleswig-Holstein mit rund 9.600 MW. Auch Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gehören zu den führenden Windkraftländern. In absoluten Anlagenzahlen sind die meisten Windenergieanlagen in Niedersachsen zu finden, mit etwas Abstand gefolgt von Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Die Hälfte aller installierten Windkraftanlagen steht in Windparks im Norden Deutschlands. In den südlichen Bundesländern drehen sich dagegen nur rund 15 Prozent aller deutschen Windräder. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen befinden sich die wenigsten Anlagen. Beim Zubau neuer Anlagen führte 2025 erstmals Nordrhein-Westfalen mit einem Brutto-Zubau von 1.356 MW, gefolgt von Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Es zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Gut die Hälfte der seit 2013 bundesweit genehmigten Windenergieleistung entfiel auf Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, während Bayern und Baden-Württemberg trotz großer Fläche nur auf acht Prozent kamen.

Wie hoch sind Windräder in Deutschland?

Moderne Windkraftanlagen wachsen stetig. Heutige Onshore-Windräder haben Nabenhöhen von 120 bis 160 Metern und Rotordurchmesser von 140 bis 170 Metern. Die Gesamthöhe – gemessen bis zur Spitze des senkrecht stehenden Rotorblatts – beträgt damit im Schnitt rund 200 Meter. Offshore-Anlagen in Nord- und Ostsee erreichen sogar Gesamthöhen von über 240 Metern.

Ein Extrembeispiel verdeutlicht, wohin die Entwicklung geht: Im brandenburgischen Schipkau entstand ein Prototyp des Dresdner Unternehmens GICON mit einer Nabenhöhe von 300 Metern und einer Gesamthöhe von rund 363 Metern – damit ist es das höchste Windrad der Welt und nur wenige Meter kleiner als der Berliner Fernsehturm. Für diesen außergewöhnlichen Bau wurde ein sogenanntes Teleskop-Turm-System entwickelt, da kein Kran der Welt in diese Höhen reicht.

Gängige Windkraftanlagen, die heute errichtet werden, haben eine Nabenhöhe von rund 140 Metern. Binnenländische Anlagen werden dabei in der Regel höher konstruiert als Anlagen an Küstenregionen, um schwächere Winde durch größere Höhe zu kompensieren. Denn mit zunehmender Höhe über dem Erdboden weht der Wind stärker und gleichmäßiger.

Wie viele Windräder braucht Deutschland noch?

Das politische Ziel der Bundesregierung ist ehrgeizig: Bis 2030 sollen in Deutschland insgesamt 115 Gigawatt Windkraft an Land und 30 Gigawatt auf See installiert sein. Aktuell beträgt die installierte Onshore-Leistung rund 68 Gigawatt – es fehlen also noch deutlich mehr als 40 Gigawatt an Land allein.

Der Ausbau hat zuletzt wieder deutlich Fahrt aufgenommen. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 409 neue Onshore-Windenergieanlagen in Betrieb genommen – so viel wie seit 2017 nicht mehr in einem Halbjahr. Gleichzeitig wurden im Jahr 2025 mit über 3.300 Neuzulassungen Rekordgenehmigungen erteilt, und mit 20.900 MW wurde das bislang beste Genehmigungsjahr in der deutschen Geschichte der Windenergie erreicht. Die Genehmigungsdauer sank 2025 auf durchschnittlich rund 17 Monate – ein erheblicher Fortschritt gegenüber den bis zu 23 Monaten im Jahr 2024.

Allerdings dauert es nach einer Genehmigung im Schnitt noch mehr als zwei Jahre, bis eine Anlage tatsächlich Strom erzeugt. Zudem wird von den rund 31.000 deutschen Windrädern bereits ein Drittel über 20 Jahre alt – diese Anlagen sind reif für sogenanntes Repowering: Alte, schwächere Anlagen werden durch wenige, aber deutlich leistungsstärkere Modelle ersetzt. Das erklärt auch, warum die Gesamtzahl der Windräder seit ihrem Höhepunkt leicht zurückgegangen ist, die installierte Leistung aber weiter steigt.

Wann wurde das erste Windrad in Deutschland gebaut?

Die Geschichte der modernen Windenergie in Deutschland beginnt im Jahr 1983. Am Kaiser-Wilhelm-Koog nahe der Nordseeküste in Schleswig-Holstein wurde die Testanlage „Growian" – kurz für „Große Windenergie-Anlage" – ans Stromnetz geschlossen. Mit einem 100 Meter hohen Turm, einem Rotordurchmesser von 100 Metern und einer Nennleistung von drei Megawatt war Growian damals das leistungsstärkste Windrad der Welt.

Der Riese war jedoch wenig erfolgreich: Materialschäden, Risse in der Nabe und geplatzte Flügel legten die Anlage immer wieder still. Statt der geplanten 15.000 Betriebsstunden brachte es Growian auf lediglich 450 Stunden. Bereits 1987 wurde der Betrieb eingestellt, 1988 wurde die Anlage abgerissen. Das Scheitern von Growian verzögerte den Ausbau der Windkraft in Deutschland um viele Jahre.

Den eigentlichen Durchbruch brachten dann in den 1990er Jahren das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Einführung von Einspeisevergütungen. Seitdem stieg die Zahl der Windkraftanlagen in Deutschland kontinuierlich – von wenigen Hundert in den frühen 1990er Jahren auf heute mehr als 30.000.

Was kostet eine Windkraftanlage in Deutschland?

Der Bau einer modernen Windkraftanlage ist eine erhebliche Investition. Nach aktuellen Markterhebungen der Deutschen WindGuard im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (Stand Sommer 2025) liegen die Hauptinvestitionskosten bei durchschnittlich 1.240 Euro pro Kilowatt Nennleistung. Hinzu kommen Investitionsnebenkosten für Planung, Wegebau, Netzanschluss und Kompensationsmaßnahmen von rund 550 Euro pro Kilowatt.

Für eine moderne Anlage der derzeit üblichen 7-Megawatt-Klasse ergibt sich daraus eine Gesamtinvestition von rund 12,5 bis 13 Millionen Euro. Bei Anlagen mit 4 bis 6 Megawatt Leistung liegt die Bandbreite je nach Standort und Hersteller zwischen 4 und 8 Millionen Euro. Den größten Kostenblock macht dabei die Anlage selbst – also Turm, Gondel, Generator und Rotorblätter – mit etwa 65 bis 75 Prozent der Gesamtinvestition aus.

Trotz der hohen Anfangsinvestition rechnen sich Windkraftanlagen langfristig: Eine moderne Anlage kann unter guten Bedingungen bis zu 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen und amortisiert ihren Energieaufwand typischerweise nach drei bis sechs Monaten Betrieb. Die jährlichen Betriebskosten für eine kommerzielle Anlage liegen bei rund 80.000 bis 110.000 Euro.

Windräder und Vögel: Was sagen die Zahlen?

Ein häufig diskutiertes Thema ist der Einfluss von Windkraftanlagen auf Vögel. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) schätzt, dass jährlich rund 100.000 Vögel durch Kollisionen mit Windkraftanlagen ums Leben kommen. Exakte und systematische Zahlen gibt es jedoch nicht: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weist darauf hin, dass keine gesicherten Gesamtzahlen für Deutschland existieren, da es keine flächendeckende Erfassung gibt.

Im Verhältnis zu anderen menschgemachten Gefahren bleibt die Zahl der durch Windräder getöteten Vögel vergleichsweise gering: Schätzungen zufolge sterben jährlich bis zu 115 Millionen Vögel an Kollisionen mit Glasscheiben und verspiegelten Fassaden, bis zu 70 Millionen im Straßen- und Bahnverkehr und bis zu 60 Millionen durch freilaufende Hauskatzen. Neuere Studien deuten zudem darauf hin, dass das tatsächliche Kollisionsrisiko an Windrädern geringer sein könnte als oft angenommen: In einem küstennahen norddeutschen Windpark mieden über 99,8 Prozent der tag- und nachtziehenden Vögel die Anlagen.

Um das Risiko weiter zu reduzieren, kommen heute zunehmend KI-gestützte Antikollisionssysteme zum Einsatz. Kameras erkennen heranfliegende Vögel und lösen bei Bedarf eine automatische Abschaltung aus. Studien zeigen, dass das Schwärzen eines Rotorblatts die Kollisionsrate sogar um fast 72 Prozent senken kann.

FAQs

Was ist der Unterschied zwischen Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen?

Der Begriff Onshore bezeichnet Windkraftanlagen, die an Land errichtet werden – also überall dort, wo Windräder in der Landschaft sichtbar sind, von der norddeutschen Tiefebene bis zu den Mittelgebirgen. Offshore-Anlagen hingegen stehen auf dem Meer, in Deutschland hauptsächlich in der Nordsee und in der Ostsee. Beide Typen wandeln Windkraft in elektrische Energie um, unterscheiden sich aber in nahezu allen anderen Eigenschaften erheblich.

Bei der Größe liegen Offshore-Anlagen deutlich vorne. Da der Transport und die Montage auf See ohnehin aufwendig ist, lohnt es sich, möglichst große und leistungsstarke Turbinen einzusetzen. Während typische Onshore-Anlagen heute Nabenhöhen von 120 bis 160 Metern und Leistungen von 4 bis 7 Megawatt haben, erreichen moderne Offshore-Turbinen Gesamthöhen von über 240 Metern und Leistungen von bis zu 15 Megawatt und mehr.

Auch beim Windangebot unterscheiden sich die Standorte deutlich: Auf dem Meer weht der Wind gleichmäßiger und kräftiger als an Land. Daraus ergibt sich ein höherer sogenannter Kapazitätsfaktor: Offshore-Anlagen erreichen im Schnitt rund 3.000 Volllaststunden pro Jahr, während eine typische Onshore-Anlage in Deutschland auf rund 2.000 Volllaststunden kommt. Das heißt: Für dieselbe erzeugte Strommenge benötigt man auf See weniger Anlagen als an Land.

Die Kosten sind offshore allerdings erheblich höher. Fundamente, die auf dem Meeresgrund verankert werden, Seekabel zum Anschluss ans Festlandnetz und der aufwendigere Betrieb und Wartung machen Offshore-Projekte deutlich teurer als vergleichbare Onshore-Projekte. Dafür bieten sie weniger Konflikte mit Anwohnern und brauchen keine Mindestabstände zu Wohnhäusern.

Im deutschen Energiemix spielen beide Technologien eine wichtige Rolle. Ende 2025 lieferte Offshore-Windkraft mit rund 9.500 Megawatt installierter Leistung einen wachsenden Anteil, während Onshore-Anlagen mit über 68.000 Megawatt nach wie vor das Rückgrat der deutschen Windstromproduktion bilden. Das politische Ziel lautet, die Offshore-Kapazität bis 2030 auf 30.000 Megawatt auszubauen – das würde eine Verfleißfachung gegenüber dem heutigen Stand bedeuten.

Was bedeutet Repowering bei Windkraftanlagen?

Repowering bezeichnet den Austausch älterer, weniger leistungsfähiger Windkraftanlagen durch moderne, deutlich leistungsstärkere Turbinen am gleichen Standort oder in unmittelbarer Nähe. Es ist gewissermaßen die „Verjüngungskur" für einen Windpark: Wo früher viele kleine Windräder mit Leistungen von 500 bis 1.500 Kilowatt standen, übernimmt heute eine handvoll großer Anlagen mit 5 bis 7 Megawatt oder mehr die Energieerzeugung – mit deutlich mehr Ertrag auf derselben Fläche.

In Deutschland ist Repowering aktuell besonders relevant, weil von den rund 31.000 deutschen Windrädern bereits ein Drittel über 20 Jahre alt ist. Diese älteren Anlagen sind technisch und wirtschaftlich am Ende ihrer regulären Nutzungsdauer, häufig nach 20 Jahren Betrieb auch nicht mehr über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Repowering bietet hier eine attraktive Alternative zum einfachen Rückbau: Der vorhandene Netzanschluss kann oft weitergenutzt werden, der Standort ist bereits genehmigt und erprobt, und die Akzeptanz in der Bevölkerung ist oft höher als bei einem komplett neuen Standort.

Ein typisches Repowering-Projekt ersetzt mehrere ältere Anlagen durch eine oder zwei neue, leistungsstarke Turbinen. Der Nettoeffekt: Die Zahl der sichtbaren Windräder kann sinken, die erzeugte Strommenge aber deutlich steigen. Das erklärt, warum die Gesamtzahl der Onshore-Windräder in Deutschland in den vergangenen Jahren trotz Zubau leicht zurückgegangen ist – während die installierte Gesamtleistung immer weiter gestiegen ist.

Für Landwirte und Grundstückseigentümer, auf deren Flächen alte Anlagen stehen, ist Repowering wirtschaftlich interessant, weil neue Pachtverträge über in der Regel 20 Jahre abgeschlossen werden. Für die Windenergie-Branche gilt Repowering als einer der schnellsten Wege, um die deutschen Ausbauziele zu erreichen – ohne neue Flächen versiegeln zu müssen. Die Genehmigungsbehörden haben Repowering-Verfahren in den letzten Jahren ebenfalls beschleunigt, da bestehende Standorte oft weniger aufwendige Prüfungen erfordern als völlig neue.

Wie funktioniert eine Windkraftanlage technisch?

Eine moderne Windkraftanlage – umgangssprachlich auch Windrad genannt – besteht aus mehreren Hauptkomponenten: dem Fundament, dem Turm, der drehbaren Gondel (auch Maschinenhaus genannt) und dem Rotor mit seinen drei Rotorblättern. Das Grundprinzip ist so einfach wie genial: Der Wind versetzt die Rotorblätter in Drehbewegung, diese treiben einen Generator an, der die mechanische Energie in elektrischen Strom umwandelt.

Sobald der Wind mit mindestens 3 bis 4,5 Metern pro Sekunde weht, schalten sich die Anlagen automatisch ein. Die Gondel ist drehbar auf dem Turm gelagert und richtet sich mithilfe von Windmessgeräten stets optimal zur Windrichtung aus – sodass die Rotorblätter immer optimal vom Wind angeströmt werden. Die einzelnen Rotorblätter sind außerdem um ihre Längsachse verstellbar, was es ermöglicht, die Drehzahl auch bei wechselnden Windgeschwindigkeiten konstant zu halten und die Anlage bei Sturm zu schützen.

Im Inneren der Gondel befindet sich neben dem Generator auch ein Getriebe, das die relativ langsame Drehzahl des Rotors (typischerweise 5 bis 20 Umdrehungen pro Minute) auf die deutlich höhere Drehzahl des Generators übersetzt. Bei neueren Anlagen werden zunehmend getriebelose Direktantriebe eingesetzt, die wartungsärmer sind. Bereits ab drei Umdrehungen pro Minute kann eine Anlage effizient Strom erzeugen.

Moderne Windkraftanlagen mit drei Rotorblättern erreichen Wirkungsgrade von etwa 40 bis 50 Prozent. Das theoretische Maximum, das sogenannte Betz'sche Limit, liegt bei 59,3 Prozent – das bedeutet, maximal gut die Hälfte der im Wind enthaltenen kinetischen Energie lässt sich in Strom umwandeln. Große, moderne Windkraftanlagen können unter optimalen Bedingungen bis zu 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen – genug, um mehrere Tausend Haushalte zu versorgen.

Der erzeugte Wechselstrom wird über ein Kabel im Turm nach unten zu einem Transformator geleitet, der die Spannung auf das Niveau des Stromnetzes anhebt. Von dort fließt der Strom ins öffentliche Netz oder wird direkt vor Ort genutzt. Moderne Anlagen werden über digitale Steuerungssysteme fernüberwacht und können bei Bedarf aus der Ferne geregelt oder abgeschaltet werden.

Warum gibt es in Süddeutschland so wenige Windräder?

Das deutliche Nord-Süd-Gefälle bei der Windkraftnutzung in Deutschland hat mehrere Ursachen, die zusammen dazu führen, dass Bayern und Baden-Württemberg trotz ihrer großen Fläche zu den windkraftschwächsten Bundesländern gehören.

Der wichtigste Faktor sind die Windverhältnisse: In Norddeutschland, besonders an der Küste, ist der Wind kräftiger und gleichmäßiger als im Binnenland oder in Mittelgebirgslagen. Mit zunehmender Nabenhöhe lässt sich der Unterschied zwar teilweise ausgleichen, aber die grundsätzliche Standortgunst bleibt im Norden höher.

Hinzu kommen politische und rechtliche Hürden: Bayern hatte lange Zeit die sogenannte „10-H-Regel" in Kraft, die einen Mindestabstand von Windrädern zur nächsten Wohnbebauung in der zehnfachen Anlagenhöhe vorschrieb. Bei einem 200 Meter hohen Windrad bedeutete das 2.000 Meter Abstand – faktisch ein Bauverbot auf fast allen geeigneten Flächen. Diese Regelung wurde zwar inzwischen gelockert, wirkt aber in der Genehmigungspraxis noch nach. In Baden-Württemberg existierten ähnliche Beschränkungen.

Entsprechend fiel von 2013 bis 2025 gut die Hälfte der bundesweit genehmigten Windenergieleistung auf Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen – während Bayern und Baden-Württemberg zusammen nur auf acht Prozent kamen. 2025 erreichte die sogenannte Südquote am neu genehmigten Leistungsvolumen erstmals seit langem wieder einen Wert von 15 Prozent – ein Zeichen, dass sich die Genehmigungssituation langsam verbessert.

Für die gesamtdeutsche Energieversorgung ist die ungleiche Verteilung ein Problem: Der im Norden erzeugte Windstrom muss über große Distanzen in den Süden transportiert werden. Der dafür notwendige Netzausbau (vor allem die sogenannten Stromautobahnen) gilt als eine der größten Herausforderungen der deutschen Energiewende. Eine stärkere Windkraftnutzung in Süddeutschland würde die Transportverluste reduzieren und die Versorgungssicherheit vor Ort erhöhen.

Wie lange läuft eine Windkraftanlage und was passiert danach?

Die geplante Lebensdauer einer modernen Windkraftanlage beträgt in der Regel 20 bis 25 Jahre. Das Durchschnittsalter der im ersten Halbjahr 2025 in Deutschland stillgelegten Anlagen lag laut der Fachagentur Wind und Solar bei 22,2 Betriebsjahren, wobei einzelne Anlagen zwischen knapp neun und fast 34 Jahren in Betrieb waren. Ältere Anlagen mit geringer Leistung (bis 2 Megawatt) machen dabei den größten Teil der Stilllegungen aus.

Nach dem Ende der Betriebszeit gibt es im Wesentlichen drei Optionen: Weiterbetrieb nach technischer Überprüfung (falls der Zustand es zulässt), Repowering (Ersatz durch eine neue, leistungsstärkere Anlage am selben Standort) oder vollständiger Rückbau. In Deutschland ist der Betreiber gesetzlich verpflichtet, die Anlage nach dem Ende der Nutzungsdauer vollständig zurückzubauen – einschließlich Fundament. Für den Rückbau müssen bereits während des Betriebs Rückstellungen gebildet werden; als Richtwert gelten etwa 30.000 Euro pro Megawatt installierter Leistung.

Der Rückbau selbst dauert je nach Größe der Anlage und Zugänglichkeit des Standorts einige Tage bis Wochen. Die Rotorblätter, der Turm und die Maschinenkomponenten werden demontiert und so weit wie möglich recycelt oder anderweitig verwertet. Stahl und Kupfer lassen sich gut recyceln; die Rotorblätter aus glasfaserverstärktem Kunststoff sind noch immer eine Herausforderung, weil geeignete Recyclingverfahren erst im Aufbau sind.

Für viele ältere Standorte in Deutschland ist Repowering die wirtschaftlich sinnvollste Option: Der Netzanschluss und die genehmigungsrechtliche Grundlage bestehen bereits, und eine neue Anlage kann ein Vielfaches der bisherigen Leistung erzeugen. Der EEG-Förderzeitraum beginnt mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage neu zu laufen, sodass auch die wirtschaftliche Grundlage für einen weiteren Betrieb über 20 Jahre gesichert ist. Experten gehen davon aus, dass Repowering in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Treiber beim Ausbau der deutschen Windenergie wird.

Wie trägt Windkraft zur deutschen Stromversorgung bei?

Windkraft ist heute die wichtigste erneuerbare Energiequelle Deutschlands und zugleich eine der bedeutendsten Stromquellen überhaupt. Im Jahr 2025 lieferten die rund 32.000 deutschen Windkraftanlagen (Onshore und Offshore zusammen) insgesamt 132 Terawattstunden (TWh) Strom – das entspricht einem Anteil von rund 31,5 Prozent am gesamten deutschen Strommix. Damit war die Windkraft 2025 die größte Einzelquelle unter den erneuerbaren Energien.

Mit fast 30 Prozent lieferten Windräder 2025 mehr Strom als jede andere Energiequelle innerhalb der Erneuerbaren. Der Anteil der erneuerbaren Energien insgesamt am deutschen Strommix lag 2025 bei 64,8 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren, zu dem die Windkraft maßgeblich beigetragen hat.

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen hat Windkraft einen strukturellen Nachteil: Sie erzeugt Strom nicht gleichmäßig, sondern abhängig davon, wie stark der Wind weht. An windreichen Tagen kann die Windkraft allein einen Großteil des deutschen Strombedarfs decken, an windarmen Tagen dagegen kaum einen nennenswerten Beitrag leisten. Eine typische Onshore-Anlage in Deutschland kommt auf rund 2.000 Volllaststunden pro Jahr – das sind etwa 23 Prozent der Jahresstunden. An günstigeren Küstenstandorten oder auf See sind es deutlich mehr.

Der gesellschaftliche Nutzen ist erheblich: Im Jahr 2025 wurden durch die Nutzung von Windenergie in Deutschland rund 106 Millionen Tonnen CO₂ vermieden. Das entspricht einem bedeutenden Anteil der deutschen Treibhausgasminderung. Gleichzeitig schafft die Windbranche Arbeitsplätze: Die Branche beschäftigt in Deutschland hunderttausende Menschen in Entwicklung, Herstellung, Montage und Betrieb von Windkraftanlagen. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland bei der installierten Windenergieleistung auf Platz drei hinter China und den USA, ist aber innerhalb Europas mit weitem Abstand führend.

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