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Wie viele Bundesländer hat Deutschland?

Deutschland hat 16 Bundesländer. Welches ist das größte, kleinste, bevölkerungsreichste? Alle Fakten, Hauptstädte und Rekorde im Überblick.

Deutschland hat genau 16 Bundesländer. Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 besteht die Bundesrepublik aus diesem unveränderlichen Verbund, der von der Nordsee im Norden bis zu den Alpen im Süden reicht. Jedes Bundesland verfügt über eine eigene Verfassung, ein eigenes Parlament sowie eigene legislative, exekutive und judikative Gewalten in bestimmten Kompetenzbereichen.

Alle 16 Bundesländer im Überblick

Die 16 Bundesländer sind: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Zusammen bilden sie einen souveränen Bundesstaat, der sich über eine Gesamtfläche von rund 357.596 Quadratkilometern erstreckt und rund 83,6 Millionen Einwohner zählt.

Bundesland Hauptstadt Fläche (km²) Einwohner (ca.)
Baden-WürttembergStuttgart35.74811,3 Mio.
BayernMünchen70.54213,4 Mio.
BerlinBerlin8923,8 Mio.
BrandenburgPotsdam29.6542,6 Mio.
BremenBremen4200,7 Mio.
HamburgHamburg7551,9 Mio.
HessenWiesbaden21.1156,4 Mio.
Mecklenburg-VorpommernSchwerin23.1801,6 Mio.
NiedersachsenHannover47.6348,1 Mio.
Nordrhein-WestfalenDüsseldorf34.11218,1 Mio.
Rheinland-PfalzMainz19.8534,2 Mio.
SaarlandSaarbrücken2.5701,0 Mio.
SachsenDresden18.4164,1 Mio.
Sachsen-AnhaltMagdeburg20.4462,2 Mio.
Schleswig-HolsteinKiel15.7993,0 Mio.
ThüringenErfurt16.2022,1 Mio.

Wie die 16 Bundesländer entstanden sind

Der Weg zu 16 Bundesländern war historisch zweigeteilt. Vor der Wiedervereinigung gab es im Westen elf Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland (BRD). Die ehemalige DDR war hingegen in 14 Bezirke aufgeteilt, die 1952 die ursprünglich dort bestehenden Länder ersetzt hatten. Mit der deutschen Einigung 1990 wurden aus diesen Bezirken fünf neue Bundesländer gegründet: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dazu kam Berlin, das als wiedervereinigtes Land ebenfalls zu den neuen Bundesländern zählt. Die sogenannten alten Bundesländer – also die westdeutschen Länder vor 1990 – sind Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein sowie West-Berlin.

In der juristischen Fachsprache werden die Bundesländer schlicht als „Länder" bezeichnet. Bezeichnungen wie „Freie Hansestadt" (Bremen), „Hansestadt" (Hamburg) oder „Freistaat" (Bayern, Sachsen, Thüringen) haben lediglich historischen Hintergrund und keine rechtliche Sonderbedeutung im heutigen Föderalismus.

Stadtstaaten und Flächenländer: Die zwei Typen

Unter den 16 Bundesländern gibt es zwei grundlegende Typen. Die drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen umfassen nur das Gebiet einer oder weniger Städte – sie sind Kommune und Bundesland zugleich. Bremen besteht dabei aus zwei Städten: Bremen und Bremerhaven. Die übrigen 13 Länder sind Flächenländer, die größere Regionen mit vielen Gemeinden abdecken. Als Flächenstaat ohne Stadtstaatsstatus ist das Saarland mit rund 2.570 Quadratkilometern das kleinste Flächenland.

Das größte und das kleinste Bundesland

Das flächenmäßig größte Bundesland Deutschlands ist Bayern mit rund 70.542 Quadratkilometern – das entspricht etwa der Größe Belgiens und der Niederlande zusammen. Auf Platz zwei folgt Niedersachsen mit rund 47.634 Quadratkilometern, gefolgt von Baden-Württemberg mit rund 35.748 Quadratkilometern.

Das kleinste Bundesland ist Bremen mit lediglich 420 Quadratkilometern Fläche. Es ist damit sowohl das flächenmäßig kleinste als auch das bevölkerungsärmste Bundesland Deutschlands. Nur geringfügig größer ist der Stadtstaat Hamburg mit 755 Quadratkilometern, gefolgt von Berlin mit rund 892 Quadratkilometern.

Die fünf größten Bundesländer nach Fläche (km²)

Bayern 70.542 Niedersachsen 47.634 Baden-Württ. 35.748 NRW 34.112 Brandenburg 29.654 Fläche in km²
Flächenvergleich der fünf größten Bundesländer; Daten: Statistisches Bundesamt, Stand 31.12.2025

Bevölkerungsreichstes und bevölkerungsärmstes Bundesland

Nach Einwohnerzahl ist Nordrhein-Westfalen das mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesland: Rund 18 Millionen Menschen leben dort – mehr als in jedem anderen Land. Obwohl NRW flächenmäßig nur auf Platz vier rangiert, hat es die höchste Bevölkerungsdichte unter den Flächenländern. Es folgen Bayern und Baden-Württemberg. Das bevölkerungsärmste Bundesland ist Bremen, das zugleich das kleinste nach Fläche ist.

Interessant ist der Kontrast bei der Bevölkerungsdichte: Den Spitzenwert hält Berlin mit rund 4.244 Einwohnern pro Quadratkilometer – ein typischer Stadtstaat-Effekt. Die geringste Dichte hat Mecklenburg-Vorpommern mit rund 70 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Das wirtschaftsstärkste Bundesland

Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwirtschaftete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 die größte Wirtschaftsleistung aller deutschen Bundesländer – was allerdings auch mit der schieren Größe und Einwohnerzahl des Landes zusammenhängt. Betrachtet man das BIP je Einwohner, zeigt sich ein anderes Bild: Hier liegt Hamburg traditionell an der Spitze, gefolgt von Bayern und Hessen. Das höchste BIP pro Kopf unter allen Bundesländern hatte Hamburg zuletzt mit deutlichem Abstand. Die niedrigsten Pro-Kopf-Werte verzeichnen die ostdeutschen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern – was auf die anhaltenden Strukturunterschiede zwischen Ost und West zurückgeht, auch wenn sich die Lücke seit der Wiedervereinigung deutlich verkleinert hat.

Bundesland-Rekorde und Besonderheiten

Die 16 Bundesländer unterscheiden sich nicht nur in Größe und Einwohnerzahl, sondern auch in vielen anderen Aspekten:

  • Meiste Feiertage: Bayern führt mit 13 gesetzlichen Feiertagen im Jahr 2026 die Liste an. Baden-Württemberg, Saarland, Sachsen und Thüringen folgen mit je 12 Feiertagen. Die wenigsten gesetzlichen Feiertage haben Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit je 10 Tagen.
  • Höchster Berg: Die Zugspitze (2.962 m) liegt in Bayern und ist damit der höchste Punkt Deutschlands.
  • Größte Bevölkerungsdichte: Berlin mit rund 4.244 Einwohnern pro km².
  • Geringste Bevölkerungsdichte: Mecklenburg-Vorpommern mit rund 70 Einwohnern pro km².
  • Kleinster Flächenstaat: Das Saarland mit rund 2.570 km² ist das kleinste Flächenland.
  • Zweitgrößtes Bundesland: Niedersachsen mit rund 47.634 km² Fläche.
  • Freistaaten: Bayern, Sachsen und Thüringen tragen den Zusatz „Freistaat" – ein historischer Titel ohne rechtliche Sonderbedeutung.

Wie die Feiertage in den Bundesländern geregelt sind

In Deutschland gibt es kein einheitliches Feiertagsgesetz. Die Festlegung der gesetzlichen Feiertage ist weitgehend Ländersache – jedes der 16 Bundesländer bestimmt selbst, welche Tage arbeitsfrei sind. Lediglich der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist durch Bundesgesetz geregelt und gilt in allen Ländern. Bundesweit gelten 2026 insgesamt 9 gesetzliche Feiertage, die jedes Bundesland teilt. Hinzu kommen regionale Feiertage, sodass Beschäftigte je nach Wohn- und Arbeitsort zwischen 10 und 13 Feiertage pro Jahr haben.

Die Unterschiede gehen vor allem auf historisch-religiöse Wurzeln zurück: Süddeutschland mit seinen stark katholisch geprägten Regionen hat traditionell mehr Feiertage als der protestantisch geprägte Norden. Bayern profitiert dabei zusätzlich von Feiertagen wie Heilige Drei Könige, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen. Das erklärt, warum Bayern als einziges Bundesland 13 Feiertage zählt.

Was es mit dem „17. Bundesland" auf sich hat

In der Umgangssprache wird Mallorca scherzhaft als „17. Bundesland" bezeichnet – wegen der großen Zahl deutscher Urlauber und Auswanderer, die auf der spanischen Insel leben. Offiziell hat Deutschland selbstverständlich nur 16 Bundesländer, und daran ändert sich aus heutiger Sicht nichts. Gelegentlich tauchen auch Florida, Neuseeland oder die Kanarischen Inseln in ähnlichen Scherzen auf. Eine ernsthafte politische Diskussion über die Schaffung eines 17. Bundeslandes gibt es nicht – im Gegenteil werden seit Jahrzehnten Überlegungen zu möglichen Fusionen kleiner Bundesländer diskutiert, ohne dass es dazu bislang zu konkreten Schritten gekommen wäre.

FAQs

Wie viele Einwohner hat das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands?

Das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands ist Nordrhein-Westfalen (NRW). Mit rund 18 Millionen Einwohnern lebt dort mehr als ein Fünftel der gesamten deutschen Bevölkerung. Diese enorme Konzentration hängt historisch mit der Industrialisierung des Ruhrgebiets zusammen, das über Jahrzehnte eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Europas war. Städte wie Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Duisburg liegen alle in NRW und zählen zu den größten Städten Deutschlands.

Auf Platz zwei folgt Bayern mit rund 13,4 Millionen Einwohnern, gefolgt von Baden-Württemberg. Beide Länder wachsen seit Jahren durch Zuzug, vor allem aus anderen Bundesländern und dem Ausland, was auf ihre wirtschaftliche Stärke und hohe Lebensqualität zurückgeführt wird.

Im starken Kontrast dazu steht das kleinste Bundesland Bremen mit lediglich rund 700.000 Einwohnern. Als Stadtstaat besteht das Bundesland Bremen aus den zwei Städten Bremen und Bremerhaven. Trotz seiner kleinen Größe hat Bremen eine lange Tradition als Handelsstaat und ist bis heute ein wichtiger Hafenstandort.

Bemerkenswert ist die Bevölkerungsdichte in den Stadtstaaten: Berlin als bevölkerungsreichster Stadtstaat mit rund 3,8 Millionen Menschen auf nur 892 km² Fläche kommt auf rund 4.244 Einwohner pro Quadratkilometer. Das macht Berlin zum dichtestbesiedelten Bundesland Deutschlands. In Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern leben hingegen nur rund 70 Menschen pro Quadratkilometer – ein Unterschied von mehr als dem 60-Fachen.

Diese extremen Unterschiede in der Bevölkerungsverteilung sind für die deutsche Politik relevant: Im Bundesrat, der Vertretung der Länder auf Bundesebene, erhalten bevölkerungsreiche Länder mehr Stimmen als kleinere. NRW hat mit sechs Stimmen das größte Gewicht im Bundesrat.

Was ist der Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern?

Die Begriffe „alte Bundesländer" und „neue Bundesländer" beziehen sich auf die Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung. Als „alte Bundesländer" bezeichnet man die elf westdeutschen Länder, die bereits in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) existierten, bevor 1990 die Wiedervereinigung stattfand. Dazu gehören: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und West-Berlin.

Als „neue Bundesländer" werden die fünf Länder bezeichnet, die nach der Wiedervereinigung 1990 aus den 14 Bezirken der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) entstanden sind: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch das wiedervereinigte Berlin wird oft zu den neuen Bundesländern gerechnet, obwohl es formal eine Sonderstellung einnimmt.

Wirtschaftlich und sozial bestehen zwischen alten und neuen Bundesländern bis heute messbare Unterschiede. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt in den ostdeutschen Bundesländern trotz jahrzehntelanger Aufholtendenz noch immer deutlich unter dem Niveau der westdeutschen Länder. Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern hatten zuletzt die niedrigsten BIP-pro-Kopf-Werte im Bundesländervergleich.

Hinzu kommt die demografische Entwicklung: Viele neue Bundesländer verzeichneten nach der Wiedervereinigung starke Abwanderungswellen, vor allem jüngerer Menschen in den Westen. Bundesländer wie Sachsen-Anhalt weisen heute den höchsten Altersdurchschnitt in Deutschland auf. Diese strukturellen Unterschiede sind Gegenstand laufender politischer und wirtschaftlicher Diskussionen, etwa im Rahmen des Solidarpakts und der allgemeinen Transferleistungen zwischen den Ländern.

Im Alltag spielen diese Begriffe zwar eine geringere Rolle als unmittelbar nach der Wiedervereinigung, sie sind aber weiterhin gebräuchlich, wenn es um regionale Wirtschafts- und Sozialstatistiken geht.

Welches Bundesland gilt als das schönste oder beliebteste Reiseziel?

Die Frage nach dem „schönsten" oder „beliebtesten" Bundesland lässt sich nicht objektiv beantworten – sie hängt stark von persönlichen Vorlieben, dem Reisezweck und der Jahreszeit ab. Dennoch gibt es einige Bundesländer, die im Tourismus besonders herausstechen.

Bayern zählt regelmäßig zu den meistbesuchten Bundesländern Deutschlands. Die Kombination aus Alpenlandschaft, historischen Städten wie München und Nürnberg, Seen wie dem Chiemsee und Kulturattraktionen wie Schloss Neuschwanstein macht Bayern zur ersten Wahl für viele in- und ausländische Reisende. Dazu kommt das Oktoberfest in München, das jährlich Millionen Besucher anzieht.

Baden-Württemberg punktet mit dem Schwarzwald, dem Bodensee, der Weinstraße und Städten wie Heidelberg und Freiburg. In manchen Jahren empfängt das Land mehr Besucher und Urlauber, als es Einwohner zählt. Auch als Kulturland mit der ältesten deutschen Universität (Heidelberg, gegründet 1386) hat Baden-Württemberg einiges zu bieten.

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind die klassischen Küstenreiseziele und in den Sommermonaten besonders stark frequentiert. Inseln wie Rügen, Usedom, Sylt und Fehmarn ziehen Millionen von Strandtouristen an.

Im Studienranking der Lebensqualität und Glücklichkeit wird oft Schleswig-Holstein als das glücklichste Bundesland genannt – was auf den Nordsee-Effekt, viel Natur und eine entspannte Lebensweise zurückgeführt wird. Thüringen wird wegen seiner ausgedehnten Wälder und seiner zentralen Lage oft als „das grüne Herz Deutschlands" bezeichnet und bietet Natur- und Kulturtourismus gleichermaßen.

Letztlich vereint jedes der 16 Bundesländer einzigartige Landschaften, Traditionen und Sehenswürdigkeiten. Die Vielfalt ist dabei eine besondere Stärke der föderalen Struktur Deutschlands.

Warum hat Bayern mehr Feiertage als andere Bundesländer?

Bayern hat im Jahr 2026 mit 13 gesetzlichen Feiertagen die meisten in ganz Deutschland. Der Hauptgrund dafür liegt im deutschen Föderalismus: Die Festlegung der gesetzlichen Feiertage ist in Deutschland weitgehend Ländersache. Jedes der 16 Bundesländer entscheidet selbst, welche Tage als gesetzliche Feiertage gelten – mit Ausnahme des Tags der Deutschen Einheit am 3. Oktober, der durch Bundesgesetz für alle gilt.

Bayern profitiert von einer historisch stark katholisch geprägten Bevölkerung und Tradition. Neben den neun bundesweit geltenden Feiertagen kommen in Bayern vier weitere hinzu: Heilige Drei Könige (6. Januar), Fronleichnam (beweglicher Feiertag), Mariä Himmelfahrt (15. August, gilt in vielen Gemeinden) und Allerheiligen (1. November). All diese Feiertage haben einen dezidiert religiösen, katholischen Hintergrund.

Im Gegensatz dazu haben protestantisch geprägte Norddeutschland-Länder wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg mit 10 Feiertagen die wenigsten im Jahr 2026. Sie verzichten auf die genannten katholischen Feste und haben stattdessen allenfalls den Reformationstag (31. Oktober) als regionalen Feiertag.

Diese Ungleichheit sorgt regelmäßig für Diskussionen über Gerechtigkeit am Arbeitsplatz. Arbeitnehmer in Bayern haben durch die zusätzlichen Feiertage potenziell drei freie Arbeitstage mehr als Kollegen in Norddeutschland – sofern die Feiertage nicht auf ein Wochenende fallen. Besonders beim Vergleich zwischen Bayern und Norddeutschland wird das als ungerecht wahrgenommen.

Eine Besonderheit in Bayern ist die Stadt Augsburg: Dort gibt es mit dem Friedensfest am 8. August sogar einen lokalen Feiertag, der nur für Augsburg gilt – was Augsburg zur Stadt mit den meisten Feiertagen in ganz Deutschland macht (14 Feiertage). Diese hyper-regionale Regelung ist einzigartig in der Bundesrepublik.

Könnten sich Bundesländer zusammenschließen oder aufgeteilt werden?

Theoretisch ist eine Neugliederung der Bundesländer möglich – das Grundgesetz sieht in Artikel 29 ausdrücklich die Möglichkeit vor, das Bundesgebiet neu zu gliedern. Voraussetzungen sind dabei eine breite politische Mehrheit und in der Regel Volksabstimmungen in den betroffenen Ländern. In der Praxis ist eine solche Reform aber äußerst schwierig und historisch gescheitert.

Das bislang prominenteste Beispiel für einen gescheiterten Fusionsversuch ist die geplante Fusion der Länder Berlin und Brandenburg. Im Jahr 1996 lehnten die Brandenburger Bürgerinnen und Bürger in einer Volksabstimmung den Zusammenschluss mit Berlin ab – trotz breiter politischer Unterstützung auf beiden Seiten. Als Hauptgründe galten die wirtschaftlichen Unterschiede und die Sorge der Brandenburger, von Berlin dominiert zu werden.

Immer wieder wird diskutiert, ob Deutschland mit 16 Bundesländern nicht „zu viele" hat, insbesondere mit Blick auf kleine, finanzschwache Länder wie das Saarland oder Bremen. Beide Stadtstaaten sind auf Transferleistungen aus dem Länderfinanzausgleich angewiesen. Kritiker argumentieren, dass Fusionen zu effizienterer Verwaltung und Kosteneinsparungen führen könnten.

Befürworter der bestehenden Struktur hingegen betonen die historisch gewachsene kulturelle Identität der Länder und die Vorteile des Wettbewerbsföderalismus: Wenn Bundesländer selbst politisch gestalten können, entstehen unterschiedliche Modelle, aus denen alle lernen können. Die Vielfalt in der Bildungs-, Kultur- und Wirtschaftspolitik sei ein Gewinn, kein Nachteil.

Aktuell gibt es keine konkreten politischen Vorhaben für eine Neugliederung. Die Hürden – Verfassungsänderung, Volksabstimmungen, breiter politischer Konsens – sind enorm hoch. Deutschland wird also auf absehbare Zeit bei seinen 16 Bundesländern bleiben.

Wann hat in Deutschland kein Bundesland Ferien?

Diese Frage stellt sich vor allem Familien und Reisende, die außerhalb der Ferienzeiten verreisen wollen – zum Beispiel um günstiger zu reisen oder Staus zu vermeiden. Eine vollständige Ferienfreiheit in Deutschland, in der buchstäblich kein einziges Bundesland Schulferien hat, gibt es faktisch nicht. Die 16 Bundesländer koordinieren ihre Ferienzeiten bewusst so, dass sie gestaffelt sind – genau um ein Zusammentreffen aller Ferien (und damit massive Reisewellen) zu vermeiden.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) koordiniert die Schulferienplanung aller Bundesländer und legt die Rahmentermine mehrere Jahre im Voraus fest. Das Ziel ist ausdrücklich, dass sich die Hauptferienzeiten der Bundesländer möglichst wenig überschneiden. Dennoch gibt es jedes Jahr Zeitfenster, in denen besonders viele Bundesländer gleichzeitig Ferien haben – das ist in der Regel in den Sommermonaten der Fall.

Am ehesten ferienfrei sind einzelne Wochen im Januar, Februar, September und Oktober. Aber auch hier haben typischerweise einzelne Bundesländer Winterferien, Herbstferien oder bewegliche Ferientage. Eine echte „null Bundesländer haben Ferien"-Situation lässt sich daher für keinen festen Zeitraum garantieren.

Praktischer Tipp: Wer gezielt ferienfreie Zeiten sucht, findet auf den Seiten der Kultusministerkonferenz sowie auf spezialisierten Ferienkalender-Portalen eine Übersicht über alle Bundesländer-Ferien im direkten Vergleich. So lassen sich Zeitfenster mit möglichst wenigen Überschneidungen leicht identifizieren. Als Faustregel gilt: Je weiter weg von den Sommerferien, desto wahrscheinlicher ist ein Zeitfenster mit weniger gleichzeitigen Landesferien.

Die Feriengestaltung ist – wie die Feiertage – Ländersache in Deutschland. Jedes der 16 Bundesländer legt seine Ferienzeiten selbst fest, muss sich aber in den von der KMK abgestimmten Rahmen einfügen. Das stellt sicher, dass der Tourismus und der Verkehr bundesweit möglichst gleichmäßig belastet werden.

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