Wie viele Postleitzahlen gibt es in Deutschland?
Deutschland hat rund 27.000 Postleitzahlen – aufgeteilt in Zustell-PLZ, Postfächer und Großkunden. Alles zur Zahl, Geschichte und Struktur der deutschen PLZ.
In Deutschland sind derzeit rund 8.200 Postleitzahlen für geografische Zustellgebiete aktiv vergeben. Zählt man alle Arten von PLZ zusammen – also Ortspostleitzahlen, Postfach-PLZ, Großkunden-PLZ und sogenannte Aktions-PLZ –, kommt man auf insgesamt rund 27.000 vergebene Postleitzahlen. Das fünfstellige Nummernsystem bietet theoretisch Platz für 100.000 verschiedene Kombinationen; der größte Teil dieser Nummernräume ist als Reserve für künftige Entwicklungen freigehalten.
Was genau zählt als Postleitzahl?
Nicht jede der rund 27.000 vergebenen PLZ bezeichnet einen geographischen Ort. Das deutsche System unterscheidet vier Kategorien:
- Ortspostleitzahlen (Zustell-PLZ): Geographische Gebiete, in die Briefe und Pakete physisch zugestellt werden. Laut einer Bestandsaufnahme der Deutschen Post sind das knapp 8.200 Nummern.
- Postfach-PLZ: Eigene Nummern für Postfächer, die sich von der Straßenadresse unterscheiden. Mit über 14.000 Nummern die größte Kategorie.
- Großkunden-PLZ: Unternehmen oder Behörden mit sehr hohem Briefaufkommen erhalten eine eigene PLZ. Rund 3.100 solcher Nummern sind vergeben.
- Aktions-PLZ: Temporär genutzte Nummern, etwa für Gewinnspiele oder die Feldpost. Rund 830 dieser Sondernummern existieren.
Hinzu kommen einzelne Gebäude mit eigener Zustellnummer: In Frankfurt am Main haben der Messeturm (60308), der Opernturm (60306), der Omniturm (60312) und der Taunusturm (60310) je eine eigene PLZ, ebenso das Schneefernerhaus auf der Zugspitze (82475). Ein besonderes Kuriosum ist die Bräutigamseiche im Dodauer Forst bei Eutin: Selbst dieser einzelne Baum ist unter der Postleitzahl 23701 erreichbar.
Aufschlüsselung der vergebenen Postleitzahlen in Deutschland
So ist das fünfstellige System aufgebaut
Jede der fünf Ziffern einer deutschen Postleitzahl hat eine eigene Funktion. Das System ist hierarchisch von grob nach fein gegliedert:
- 1. Ziffer – Leitzone: Deutschland ist in zehn Leitzonen von 0 bis 9 unterteilt. Diese Zonen orientieren sich nicht an Ländergrenzen, sondern schneiden oft quer durch mehrere Bundesländer.
- 2. Ziffer – Postleitregion: Die ersten zwei Ziffern zusammen bezeichnen die genaue Postleitregion, der meist ein Briefzentrum der Deutschen Post zugeordnet ist.
- 3. bis 5. Ziffer – Zustellgebiet: Die letzten drei Stellen bestimmen den konkreten Zustellbezirk, einen Stadtteil oder – bei Großkunden – das direkte Empfängerunternehmen.
Grob gesprochen gilt: Niedrige Anfangsziffern (0 und 1) stehen für Ostdeutschland und Ostbrandenburg, die 2 für Norddeutschland einschließlich Hamburg und Schleswig-Holstein, die 3 für Niedersachsen und Teile Hessens, die 4 und 5 für Nordrhein-Westfalen, die 6 für Hessen und den Südwesten, die 7 für Baden-Württemberg und Bayern, die 8 ebenfalls für Bayern und Baden-Württemberg sowie München, und die 9 für Franken und Teile Thüringens. Die Vergabe erfolgt dabei im Gegenuhrzeigersinn vom jeweiligen Zentrum einer Region aus.
Kleinste und höchste Postleitzahl
Die niedrigste vergebene Zustell-Postleitzahl in Deutschland ist die 01067, die mitten in der Dresdner Innenstadt liegt. Kombinationen ab 00001 wurden bewusst nicht vergeben – da die führende Doppelnull unbeliebt war, erhielt der Bereich 0 schließlich den ostsächsischen Raum. Die höchste aktive Postleitzahl lautet 99998 und gehört den thüringischen Gemeinden Körner sowie Weinbergen im Unstrut-Hainich-Kreis. Die logisch nächste Kombination 99999 wurde nicht zugeteilt.
Unter den Bundesländern hat Nordrhein-Westfalen die meisten aktiven Postleitzahlen, Bremen die wenigsten. Unter den Städten ist Berlin mit rund 190 Zustell-PLZ Spitzenreiter, gefolgt von Hamburg mit rund 100 und München mit rund 75. Rund 242 Orte in Deutschland teilen ihr Stadtgebiet auf mehr als eine Postleitzahl auf.
Von zweistellig zu fünfstellig: Die Geschichte der PLZ
Das Postleitzahlsystem in Deutschland hat eine gut acht Jahrzehnte lange Geschichte hinter sich. Der Ausgangspunkt lag im Zweiten Weltkrieg: Das gestiegene Postaufkommen durch Feldpostsendungen und der gleichzeitige Mangel an erfahrenen Postsortierern machten ein schnelles Ordnungssystem notwendig. Am 25. Juli 1941 ordnete das Reichspostministerium die Einführung von zweistelligen Päckchenleitgebieten an, die ab 1944 auch für den Briefverkehr galten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Nummern zunächst weiterverwendet. Im Jahr 1962 führte die Bundesrepublik ein eigenständiges vierstelliges System ein, 1965 zog die DDR mit einem eigenen vierstelligen System nach. Beide Systeme existierten parallel und enthielten zahlreiche identische Nummern – so hatte etwa sowohl Bonn (West) als auch Weimar (Ost) die Postleitzahl 5300. Nach der Wiedervereinigung musste dieses Problem gelöst werden.
Am 1. Juli 1993 löste ein neues fünfstelliges System beide Vorgänger ab. Die Umstellung wurde von einer aufwendigen Informationskampagne begleitet: Mit dem Slogan „Fünf ist Trümpf" und der Comicfigur „Rolf" informierte die Deutsche Bundespost die Bevölkerung über den Wechsel. Bereits am ersten Tag trugen 57 Prozent aller Briefe die neuen Nummern, nach zwei Wochen lag die Zustellqualität wieder auf dem gewohnten Niveau.
| Zeitraum | System | Geltungsbereich |
|---|---|---|
| 1941–1944 | Zweistellig (Päckchendienst) | Deutsches Reich |
| 1944–1962/1965 | Zweistellig (Brief & Paket) | Deutsches Reich, dann Nachfolgestaaten |
| 1962–1993 | Vierstellig (BRD) | Bundesrepublik Deutschland |
| 1965–1993 | Vierstellig (DDR) | Deutsche Demokratische Republik |
| Ab 1. Juli 1993 | Fünfstellig | Wiedervereinigtes Deutschland |
PLZ-Verzeichnis praktisch nutzen
Wer eine bestimmte Postleitzahl nachschlagen oder zu einer Adresse die richtige PLZ ermitteln möchte, kann dafür die Online-Suche der Deutschen Post nutzen. Darüber hinaus bieten zahlreiche kommerzielle Anbieter kostenlose PLZ-Suchen an. Für Unternehmen, die Adressdaten in größerem Umfang benötigen, stellt etwa das Bundesamt für Kartographie und Geodäse (BKG) Geodaten der Postleitzahlgebiete als Download bereit. Die Daten werden laufend aktualisiert – so wurde beispielsweise mit Wirkung ab Januar 2026 in Neustadt am Rübenberge ein neuer Postleitzahlbezirk eingerichtet, weil das bisherige Gebiet durch Bevölkerungszuwachs zu groß geworden war.
Quellen
- Deutsche Post DHL Group: Vor 30 Jahren – Umstellung auf fünfstellige Postleitzahlen (2023)
- Wikipedia: Postleitzahl (Deutschland)
- Bundesarchiv: Die Einführung der fünfstelligen Postleitzahlen
- meinestadt.de: Postleitzahlen Liste Deutschland
- Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG): Postleitzahlgebiete Deutschland
- postleitzahlen.de: PLZ-Bereiche Deutschland
FAQs
Warum beginnt keine deutsche Postleitzahl mit 00?
Bei der Einführung des fünfstelligen Systems am 1. Juli 1993 musste der Ziffernraum von 00000 bis 99999 auf alle Regionen Deutschlands verteilt werden. Theoretisch wäre eine Postleitzahl wie 00100 denkbar gewesen. Die Entwickler des Systems entschieden sich jedoch bewusst dagegen, doppelte Nullen am Anfang zu vergeben.
Der Hintergrund ist vor allem psychologischer Natur: Eine Zahl, die mit „00" beginnt, wirkt wie eine unvollständige oder fehlerhafte Eingabe und wird von Menschen intuitiv als ungewöhnlich wahrgenommen. Zudem bestand die Gefahr, dass automatisierte Systeme führende Nullen abschneiden und damit die Postleitzahl verkürzen oder falsch interpretieren. Da Deutschland ohnehin nicht genug verschiedene Orte hat, um alle 100.000 möglichen Kombinationen zu füllen, war der Verzicht auf den Bereich 00000 bis 00999 unproblematisch.
Welche Region die unbeliebte „0" als erste Ziffer erhält, war durchaus eine politisch aufgeladene Frage. Norddeutsche Bundesländer wie Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern lehnten die Vergabe der führenden 0 ab. Am Ende fiel die erste Ziffer 0 auf Sachsen sowie Teile von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. So erklärt sich auch, warum die niedrigste tatsächlich vergebene Postleitzahl die 01067 ist – mitten in der Dresdner Innenstadt. Der Bereich 01000 bis 01066 sowie alle Kombinationen unterhalb davon wurden freigelassen, um die führende Doppelnull zu vermeiden.
Das Gesamtsystem ist im Gegenuhrzeigersinn angeordnet: Von Berlin als Ausgangspunkt (PLZ-Zone 1) verlaufen die Nummern kreisförmig durch das Land, bis sie in Bayern und Thüringen bei den hohen 8er- und 9er-Bereichen enden. Dieser geografische Ansatz sorgt dafür, dass räumlich benachbarte Orte in der Regel auch ähnliche Postleitzahlen haben – was die Routenplanung bei der Postzustellung erheblich erleichtert.
Können mehrere Orte dieselbe Postleitzahl haben?
Ja, und das ist in Deutschland sogar der Regelfall im ländlichen Raum. Es gibt keine eins-zu-eins-Zuordnung zwischen Ort und Postleitzahl. Stattdessen kann eine einzige Postleitzahl mehrere Gemeinden, Ortsteile oder Siedlungen umfassen – und umgekehrt kann ein einziger großer Ort über viele verschiedene Postleitzahlen verfügen.
Kleine Gemeinden auf dem Land teilen sich häufig eine gemeinsame PLZ mit ihren Nachbargemeinden. Ein Beispiel aus Sachsen: Die Ortschaften Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna, Porschdorf und Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz tragen alle die Postleitzahl 01814. Das Postleitzahlgebiet umfasst damit ein größeres geographisches Gebiet, in dem die Post über ein zentrales Zustellzentrum verteilt wird.
Auf der anderen Seite haben Großstädte naturgemäß viele verschiedene Postleitzahlen. Berlin führt diese Statistik an: Die Bundeshauptstadt ist in rund 190 Zustell-Postleitzahlgebiete unterteilt. Hamburg folgt mit rund 100, München mit rund 75. Insgesamt haben in Deutschland rund 242 Orte mehr als eine Postleitzahl.
Diese Flexibilität ist gewollt: Das PLZ-System soll nicht die Verwaltungsgrenzen von Gemeinden abbilden, sondern eine effiziente Zustellung ermöglichen. Maßgeblich für den Zuschnitt eines PLZ-Bezirks ist die Zahl der Sendungen, die täglich in einem Gebiet anfallen, sowie die logistischen Kapazitäten des zuständigen Briefzentrums. Ändert sich die Besiedlungsdichte – etwa durch ein neues Wohngebiet –, kann die Deutsche Post einen bestehenden Bezirk aufteilen und eine neue Postleitzahl vergeben. Genau das geschah zuletzt Anfang 2026 in Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen.
Was war der Grund für die Umstellung auf fünfstellige Postleitzahlen 1993?
Die Umstellung zum 1. Juli 1993 war in erster Linie eine direkte Folge der deutschen Wiedervereinigung. Sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR hatten seit den 1960er Jahren ein jeweils eigenständiges vierstelliges Postleitzahlensystem betrieben. Beide Systeme nutzten denselben Zahlenraum von 1000 bis 9999 – was nach der Vereinigung 1990 zu rund 800 Dopplungen führte. So hatten etwa Bonn und Weimar oder Hannover und Magdeburg identische Postleitzahlen.
Als Übergangslösung wurde zunächst ein Buchstabenpräfix eingeführt: Ein „W" stand für Sendungen nach Westdeutschland, ein „O" für Sendungen in die neuen Bundesländer. Diese Lösung war umständlich und fehleranfällig. Es war klar, dass ein grundlegend neues System her musste.
Neben der Vereinheitlichung bot die Umstellung noch einen zweiten wichtigen Vorteil: Das neue fünfstellige System ermöglichte eine deutlich präzisere Steuerung der automatisierten Briefsortierung. Die Deutschen Post baute in dieser Zeit ein modernes Netz aus Brief- und Frachtzentren auf, und die fünfstelligen Codes erlaubten es, die Sortiermaschinen wesentlich effizienter zu programmieren. Durch die feinere Untergliederung konnten Laufwege verkürzt und Zustellzeiten verbessert werden.
Die Vorbereitung der Umstellung war ein logistischer Kraftakt: Bis Ende 1992 wurden alle neuen Postleitzahlen zugewiesen, ab Januar 1993 standen die Daten für den Adressabgleich bereit, und ab Mai 1993 erhielten 34 Millionen Haushalte ein persönliches Adressheft. Am Stichtag 1. Juli 1993 trugen bereits 57 Prozent aller Briefe die neuen fünfstelligen Nummern. Nach nur zwei Wochen hatte die Zustellqualität wieder das gewohnte Niveau erreicht. Das Bundesarchiv bezeichnet die Umstellung als ein Musterbeispiel organisierter Veränderung in der Postgeschichte.
Gibt es eine offizielle Postleitzahl für ganz Deutschland?
Nein, eine einzelne Postleitzahl für das gesamte Land Deutschland gibt es nicht und kann es strukturell auch nicht geben. Postleitzahlen sind ein System zur regionalen Untergliederung eines Landes, nicht zur Identifikation des Landes als Ganzes. Wer Post aus dem Ausland nach Deutschland schickt, kennzeichnet das Zielland mit dem Länderkürzel „DE" vor der deutschen Postleitzahl – also etwa „DE-10115 Berlin".
Innerhalb Deutschlands existieren heute rund 27.000 vergebene Postleitzahlen für unterschiedliche Zwecke: geografische Zustellgebiete, Postfächer, Großkunden und Aktionsnummern. Die Spanne reicht von 01067 (Dresden) bis 99998 (Körner/Weinbergen in Thüringen). Hinzu kommt, dass einige wenige deutsche Postleitzahlen auch für österreichische Gebiete gelten, die zollrechtlich zu Deutschland gehören – nämlich das Kleinwalsertal und die Gemeinde Jungholz in Tirol sowie die deutsche Exklave Büsingen am Hochrhein in der Schweiz.
In anderen Ländern ist die Situation ganz anders: Manche Staaten nutzen Postleitzahlen tatsächlich, um sich im internationalen Postverkehr zu identifizieren. Das Deutsche System hingegen ist rein auf die interne Sortierung und Zustellung ausgerichtet. Wer also fragt, „was ist die Postleitzahl von Deutschland", meint oft entweder den Ländercode „DE" oder sucht konkret nach der PLZ einer bestimmten deutschen Stadt. Eine universelle Deutschlandnummer existiert nicht.
Praktisch relevant ist diese Frage vor allem im Onlinehandel und bei Formularen, die ein Pflichtfeld für die Postleitzahl enthalten. Wer sich im Ausland befindet und eine deutsche Versandadresse angeben möchte, trägt dort die fünfstellige PLZ des Empfängerorts ein – ergänzt durch das Länderkürzel „DE" oder „Deutschland" im entsprechenden Feld.
Wie ändert sich die Anzahl der Postleitzahlen im Laufe der Zeit?
Das Postleitzahlsystem ist kein starres Gefüge, sondern wird kontinuierlich an die realen Gegebenheiten angepasst. Die Deutsche Post ist dabei die einzige Institution, die neue Postleitzahlen vergeben oder bestehende ändern kann. Auslöser für Änderungen sind verschiedene Faktoren.
Am häufigsten entstehen neue PLZ durch Bevölkerungswachstum: Wenn in einem Zustellgebiet durch Neubaugebiete so viele neue Adressen entstehen, dass die Kapazität des zuständigen Briefzentrums überschritten wird, teilt die Post das Gebiet auf und vergibt eine neue Nummer. Genau so geschah es zu Beginn des Jahres 2026 in Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover.
Umgekehrt können Gebietsreformen und Gemeindezusammenschlüsse dazu führen, dass Postleitzahlen zusammengelegt oder angepasst werden. Wenn zwei bisher eigenständige Gemeinden zu einer neuen verschmelzen, ist es logistisch sinnvoll, auch die Zustellgebiete neu zu ordnen. Die Deutsche Post beteiligt die betroffenen Kommunen dabei in der Regel an diesem Prozess, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Auch Infrastrukturprojekte können Auswirkungen haben: Neue Gewerbegebiete, große Bauprojekte oder veränderte Verkehrsverbindungen können dazu führen, dass bisherige Zustellrouten optimiert und damit die PLZ-Grenzen neu gezogen werden.
Bei der Einführung des fünfstelligen Systems 1993 wurden bewusst nur jede zweite verfügbare Kombination vergeben, um ausreichend Reserve für solche Anpassungen zu haben. Insgesamt ist das System damit langfristig ausgelegt und kann noch viele Jahrzehnte ohne grundlegende Strukturreform weiterentwickelt werden.